Amtsgericht Karlsruhe Urteil15.07.2015
Wanddurchbruch zwecks Verbindung zweier Eigentumswohnungen bei nicht gegebener Gefährdung der Standsicherheit und des Brandschutzes zulässigEigentümer beider Wohnungen hat Anspruch auf Genehmigung durch übrige Wohnungseigentümer
Der Eigentümer zweier Wohnungen hat gegen die übrigen Wohnungseigentümer einen Anspruch auf Genehmigung eines Wanddurchbruchs, um die beiden Wohnungen zu verbinden, wenn dadurch weder die Standsicherheit noch der Brandschutz gefährdet wird. Dies geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Karlsruhe hervor.
Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Eigentümer zweier benachbarter Wohnungen beabsichtigte diese zu verbinden. Dazu sollte in einer tragenden Wand ein Durchbruch vorgenommen werden, um dort eine Tür einzubauen. Die übrigen Wohnungseigentümer sahen dadurch jedoch die Standsicherheit und den Brandschutz gefährdet und lehnten daher mehrheitlich die Baumaßnahme ab. Dagegen richtete sich die Klage des Wohnungseigentümers.
Anspruch auf Genehmigung des Wanddurchbruchs
Das Amtsgericht Karlsruhe entschied zu Gunsten des Wohnungseigentümers. Ihm habe gegen die übrigen Wohnungseigentümer ein Anspruch auf Genehmigung des Wanddurchbruchs zugestanden. Denn durch die Baumaßnahme seien die übrigen Eigentümer nicht über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt worden.
Keine Gefahr für Standsicherheit und Brandschutz
Eine Gefahr für die Standsicherheit und den Brandschutz habe nach den Ausführungen eines Sachverständigen nicht bestanden, so das Amtsgericht. Zudem sei es unerheblich gewesen, dass durch die Türöffnung die Abgeschlossenheit beider Wohnungen aufgehoben wurde. Denn dies allein stelle keinen Nachteil für die übrigen Wohnungseigentümer dar. Eine vermehrte oder störende Nutzung der miteinander verbundenen Wohnungen sei nicht zu befürchten gewesen.
Lärm aufgrund Baumaßnahmen ist hinzunehmen
Das Amtsgericht erkannte zwar an, dass die eintägigen Baumaßnahmen mit einer erheblichen Lärmbelästigung verbunden seien. Dies sei aber von den übrigen Eigentümern hinzunehmen gewesen.
© urteile.news (ra-online GmbH), Berlin 30.12.2015
Quelle: Amtsgericht Karlsruhe, ra-online (vt/rb)